Don Juan
oder die Liebe zur Geometrie

 

Komödie von Max Frisch

Eine Theateraufführung des Literaturkurses Jg. 13 der Willy-Brandt Gesamtschule Bergkamen

Darsteller:

 
Don Juan Fabian zur Heiden
Tenorio, sein Vater Stefan Assert
Miranda Lena Flieger
Don Gonzalo, Komtur von Sevilia Björn Lausen
Donna Elvira, dessen Gattin Sema Ayyildiz
Donna Anna, ihre Tochter Gülay Balci (Jg. 12)
Pater Diego Patrick Wessel
Bischof Diego Sebastian Möcklinghoff
Don Rodrigo, Freund Don Juans Oscar Tobio Lemos
Donna Inez Serpil Kartal
Celestina Sabrina Maidorn
Don B. Lopez, ein Ehemann Markus Czaja
Leporello Pascal Karlovits
Drei fechtende Vettern David Hinz, Andre Rocholl und Michael Schlickhoff
Zwei Buben Florian Schmidt (6a) und Christian Brockmann (6a)
Witwen Sevillas David Hinz, Björn Lausen


 

Mitwirkende:

 
Souffleur Pascal Karlovits und Stefan Assert
Kostüme Gerald Sommer, Kostümverleih
Regieassistenz Simone Drücke
Regie Burkhard Wahle
Programmheft Ozan Arac und Cengiz Karadag

Zum Stück:

Max Frischs Komödie "Don Juan oder die Liebe zur Geometrie" erlebte am 05. Mai 1953 in Berlin und Zürich ihre doppelte Uraufführung. Sie spielt, wie Frisch anmerkt, in einem "theatralischen Sevilla" und "in einer Zeit guter Kostüme". Don Juan, die Hauptfigur ist eine Parodie aller klassischen Don Juan/Don Giovanni-Gestalten: Nicht als großer Verführer und Frauenheld, sondern als ein gelegentlich zynischer Melancholiker und Mathematiker erscheint er hier.
Er ist auf der Suche nach absoluter Gewißheit, die er in der Liebe nicht, wohl aber in der Geometrie zu finden meint: "Jeder Mann hat etwas Höheres als das Weib, wenn er wieder nüchtern ist." Deshalb flieht er vor der Liebe, wird jedoch in der Folge einer Hochzeit, die er platzen läßt, gegen seinen Willen in die "klassische" Rolle des Verführers und Mörders der Ehemänner immer stärker hineingetrieben. Um den Nachstellungen der Frauen und der Verfolgung durch die Ehemänner zu entkommen, inszeniert er am Ende in einem Scheinbündnis mit der Kirche seine Höllenfahrt. Fortan will er in einem Kloster sich nur noch seinen geometrischen Studien widmen. Der Plan mißlingt, doch die Rettung naht von anderer Seite, in Gestalt der Hure Miranda. Diese ist unsterblich in Don Juan verliebt, da er ihren Reizen als einziger Mann im Bordell widerstand und tat, wonach ihm wirklich gelüstete: er widmete seine Zeit einem Schachspiel. Miranda, nunmehr die wohlhabende Herzogin von Rondra, bietet Don Juan ihre Dienste an, indem sie ihm Obdach in ihrem Schloß gewährt. Dort leben die beiden unverheiratet zusammen und wie es das Schicksal so will, wird Don Juan auch noch "die letzte Fessel auferlegt", er wird schließlich Vater. 


(Cengiz Karadag, Burkhard Wahle)


 
 
 

Bilder:

 

Herr Wahle hält eine kleine Rede bevor das Stück wirklich beginnt: Auch er ist sichtlich nervös, dennoch schlägt er sich tapfer und das 
Publikum honoriert sein Durchhaltevermögen mit einem kräftigen Applaus.
Vater Tenorio und Pater Diego unterhalten sich sichtlich erregt über Don Juan und sein frevelhaftes verhalten... 

Donna Elvira und der lüsterne Pater Diego... Elvira ist bereits maskiert, man will zum abendlichen Maskenball.
Don Rodrigo und Miranda vor dem Maskenball. Da Rodrigo maskiert ist, hält Miranda ihn fälschlicher Weise für Don Juan, es kommt zu einer bitterbösen Enttäuschung

Don Juan und Don Rodrigo, zwei Freunde seit je...
Miranda und Celestina im Freudenhaus - die beiden Damen streiten sich nicht etwa um die Preise, sondern Celsestina versucht Miranda zur Vernunft zu bringen, denn diese ist verrückt nach Don Juan.

Donna Anna wird für ihre Hochzeit mit Don Juan hergerichtet: Es fehlt nur noch der Schleier...
Die Hochzeitsszene: Pater Diego ist mitten in der Hochzeitszeremonie, als plötzlich etwas unerwartetes geschieht...

Don Juan läßt die Hochzeit platzen und will fliehen, doch die drei fechtenden Fettern und Don Gonzalo, Vater der Braut, wissen dies zu verhindern - eine wilde Degenkampf entflammt.
Donna Elvira, Donna Anna und Donna Inez bleibt nichts anderes übrig, als sich vor den spitzen Klingen in Sicherheit zu bringen... sie müssen alles mit ansehen.

Don Juan, wütend, sauer, verzweifelt läuft er schreiend in der Gegend umher und beseitigt jeden, der sich ihm in den Weg zu stellen 
wagt.
Don Juan läßt die Tafel vorbereiten: Er erwartet hohen Besuch und will seine Höllenfahrt inszenieren... Sein Diener Leporello ist seine helfende Hand.

Nicht nur der geladene Besuch erscheint, sondern auch noch eine ganze Horde an Witwen, da ihre Männer von Don Juan getötet wurden, wollen sie ihn anklagen...
Don Juan lebt schließlich bei Miranda, Herzogin von Rondra in ihrem Schloß und genießt sein Leben: Hier findet gerade eine Unterhaltung mit dem Bischof Diegeo statt. Er berichtet von einem neuen Theaterstück, das von Don Juan handelt...


 

Pressebericht:

Nicht nur unser hervorragendes Publikum schien von unserer Inszenierung begeistert zu sein, sondern auch die Presse urteilte durchaus positiv und zitierte unseren Schuleiter Manfred Jäger mit den Worten: "Highlight des Jahres".

BERGKAMEN . Das erhoffte volle Haus gab's zwar nicht, doch 350 verkaufte Karten für die Inszenierung des Literaturkurs der Willy-Brandt-Gesamtschule am Donnerstagabend im Studio zeigten, wie groß das Interesse an ,,Don Juan" von Max Frisch war. Und: Es fanden sich keineswegs nur Eltern ein, auch die Oberstufenschüler und ein großer Teil des Lehrerkollegiums zeigten sich interessiert an dieser Abendveranstaltung. Was die Abiturienten darboten, konnte sich in der Tat sehen lassen, befand das Publikum unisono - und Schulleiter Manfred Jaeger sprach aus, was alle dachten: ,,Diese Aufführung geht in die Schulgeschichte ein, das war das Highlight des Jahres '99!" Dank sagte auch die Oberstufenleiterin Fischer, die statt Blumen Gutscheine für die Mensa an die Akteure verteilte und Urkunden für alle Darsteller versprach. Ein gelungener Theaterabend also, der erst einmal getopt werden muß. (Hellweger Anzeiger, 18.12.1999)
 
 
 
 

Ein paar Anmerkungen am Rande:

Dieses Stück zeigt uns einmal wieder, was man imstande ist zu leisten, wenn man sich wirklich für eine Sache einsetzt. Sei es jetzt Burkhard. Wahle, dem in der Zeit der Proben bestimmt so manch graues Haar gewachsen ist, die Mitschüler, die still und heimlich hinter den Kolissen gewerkelt haben und sich dafür eingesetzt haben, das unsere grandiosen Spezialeffekte und alles Andere einigermaßen reibungslos "von der Bühne geht", oder einfach nur die Schauspieler, die nächtelang über ihrem Skript saßen und dieses auswendig lernten, bis sie es rückwärts im Schlaf aufsagen konnten. Ein solches Stück, aus dieser Zeitepoche auf die Bühne zu bringen, das kann man wohl ohne zu übertreiben behaupten, war eine kleine Meisterleistung jedes einzelnen Mitwirkenden. Doch die größte Bewunderung gebührt nicht etwa der Regie, die ohne Zweifel gute Arbeit geleistet hat oder allen anderen Schauspielern, die jegliche Anweisungen nach bestem Ermessen in die Tat umsetzten, nein, es gebührt dem Darsteller von Don Juan. Mir ist es bis heute schier ein Rätsel, wie Fabian zur Heiden es schaffte, diese Unmengen an Text auswendig zu lernen. Doch Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder welche und wenn ich an die Generalprobe zurück denke, dann war diese Aufführung ein Wunder. Zwar merkte man uns natürlich auch die Nervosität an, erkannte hier und da einen winzig kleinen Fehler, aber trotzdem war das Stück ein großer Erfolg, wenn auch aus Kostengründen für die Kostüme, leider nur ein Einmaliger.

Bilder: H. Regenstein
Erstellt von: Patrick Wessel

 


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